FOTOFILME
JUNGE PERSPEKTIVEN ZWISCHEN FOTOGRAFIE, GESPRÄCH UND FILM
Was beschäftigt junge Menschen mit Migrationsgeschichte heute? Welche Fragen stellen sie sich zu Familie, Herkunft, Zugehörigkeit, Zukunft und Identität? Und welche Geschichten entstehen, wenn sie die Kamera selbst in die Hand nehmen und Perspektiven umdrehen?
Gemeinsam mit Jugendlichen aus sechs Berliner Bezirken realisierte die Dreh’s Um Academy von Oktober 2025 bis Juni 2026 Fotoserien und persönliche Fotofilme, die Antworten auf diese Fragen (unter)suchen. In Workshops an Partnerschulen und Kultureinrichtungen entwickelten die Teilnehmenden Interviews, zeichneten Gespräche auf und fotografierten mit analogen Einwegkameras ihre eigenen Bildwelten. Aus der Verbindung von Tonaufnahmen und Fotografien entstanden Kurzfilme, die einen intimen Einblick in die Lebensgeschichten und Fragen der Beteiligten ermöglichen.
DER ENTSTEHUNGSPROZESS
Die Teilnehmer*innen der diesjährigen Dreh’s Um Academy nahmen an interaktiven Workshops teil, die sie an das fotografische und filmische Erzählen heranführten. Nachdem die Jugendlichen sich gegenseitig intensiv kennengelernt und technische Einführungen in Tonaufnahme und Fotografie erhalten hatten, setzten sie das Erlernte direkt in die Praxis um.
Im Rahmen einer Kooperation mit der Berlinale Generation erhielten die Teilnehmenden außerdem die Möglichkeit, das Festival mit einer Akkreditierung zu besuchen. Gemeinsam sahen sie Filme des Programms, tauschten sich darüber aus und reflektierten ihre Beobachtungen in der Gruppe. Die Begegnung zwischen den Workshopgruppen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, Schulen und Kultureinrichtungen während der Berlinale ermöglichte einen intensiven Austausch von Erfahrungen und Ideen. Die Impulse aus den Filmen und den gemeinsamen Gesprächen flossen anschließend in die Entwicklung der eigenen Arbeiten ein.
Für ihre Projekte führten die Jugendlichen Gespräche miteinander oder mit Menschen aus ihrem nahen Umfeld. Im Anschluss suchten sie mit analogen Einwegkameras nach Bildern, die das Gesagte visuell greifbar und spürbar machen. Dabei entwickelten sie Fotoserien mit jeweils neun Fotografien, die durch ihre kuratierte Abfolge eine Geschichte erzählen.
Ausgehend von diesen Bildstrecken entstanden dazugehörige Fotofilme. Darin verbinden sich die Fotografien mit den aufgezeichneten Gesprächen zu einer gemeinsamen visuellen und auditiven Erzählung. Stimmen, Geräusche und Bilder treten in einen Dialog und eröffnen einen persönlichen Zugang zu den Erfahrungen, Fragen und Perspektiven der Beteiligten.
Der gesamte Entstehungsprozess wurde in Kooperation mit dem Jugendhilfeträger Ostkreuz City von einer ausgebildeten Sozialarbeiterin begleitet. Sie stand den Jugendlichen während des Projekts als vertrauensvolle Ansprechpartnerin zur Seite und bot Raum, persönliche oder emotionale Prozesse aufzufangen, die durch die intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Geschichten entstehen können.

